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Sippungsberichte > 4010 - 4019
Kurzbericht über die 4017. Sippung der Berolina
Grausames Femegericht in der Arminburg
Angekündigt war ein Reychseinritt d. h. R. Porta Arduennae und tatsächlich passierte ein stattliches Fähnlein des Berolina-Tochterreyches die Burgpforte. Auch zahlreiche Recken aus anderen Gemarkungen ritten erwartungsvoll ein. Sie alle freuten sich auf eine unbeschwerte, fröhliche Sippung. Aber dann dies:
Statt melodischen Klängen und lustigen Fechsungen zu lauschen, mussten sie einer turbulenten Gerichtsverhandlung beiwohnen. Wo eigentlich der Kantzler seinen Platz haben sollte, platzierte sich der Sprecher einer mysteriösen Strafkammer und kündigte mehrere Prozesse gegen angeblich unverbesserliche Gesetzesbrecher an. Auf dem Thron nahmen drei schon äußerlich als streng und unerbittlich erkennbare Richter Platz und das Pult des Reychsmarschalls okkupierte ein Furcht einflößender Staatsanwalt.
Mehrere bisher als völlig unbescholten geltende Ritter mussten sich von einem ruppigen Gerichtsdiener vor das Tribunal zerren lassen und wurden vom Staatsanwalt mit ungeheuerlichen Anklagen konfrontiert. Sofern sie Ämbter bekleiden, wurden ihnen unverzeihliche Nachlässigkeiten, aber auch übertriebener, unakzeptabler Übereifer vorgeworfen. Andere mussten sich verwerfliche, exzessive Konsumgewohnheiten oder grobe Verfehlungen in ihrer schlaraffischen Lebensführung vorhalten lassen. Einer wurde vom Gericht gar für einen flüchtigen Freund in Sippenhaft genommen.
Eine Rechtfertigung ihrer Untaten wurde den Delinquenten verweigert, einige als Pflichtverteidiger bestellte Winkeladvokaten bemühten sich redlich und baten für ihre Mandanten unterwürfig um Gnade, allerdings mit geringem Erfolg: nur ein Angeklagter wurde freigesprochen, alle anderen zu empfindlichen Strafen verurteilt, so dass sie gewiss ihres weiteren Ritterlebens nicht mehr froh werden.
Unter Prozessbeobachtern kursierte das Gerücht, die Urteile hätten von vorne herein bereits festgestanden, allerdings fand angesichts des rigorosen Vorgehens des Tribunals keiner den Mut, dies öffentlich zu äußern.
Die noch einmal davon gekommenen, (noch) nicht vor den Kadi zitierten Sassen waren drauf und dran, durch Flucht aus der Gerichtsburg ihre eigene Haut zu retten, glücklicherweise erkannten sie dann aber doch noch, dass die Junkertafel wieder einmal mit dem Reych ihren Schabernack getrieben hatte.
Schweigsam
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