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Sippungsberichte > 3980 - 3989
Kurzbericht über die 3986. Sippung der Berolina
Die Narren waren los
Als fungierender Oberschlaraffe erschien ein schmucker k. und k.-Oberst-leutnant, am Pult des Reychsmarschalls nahm ein "Autonomer" (für Nicht-Berliner: ein vermummter Steinewerfer) Platz und an den Rittertafeln tummelten sich ein Sultan mit (nur einer) Haremsdame, Hexenmeister und Zauberlehrlinge, Clowns und andere spiegelwidrig gerüstete Sassen mit Tross – und spätestens, als das Abendlied im Dreivierteltakt erschallte, war es klar: der rheinische Karnevalsbazillus hatte sich epidemisch in der Arminburg ausgebreitet.
Aber bevor sich dessen Symptome auch auf der Rostra eindeutig diagnostizieren ließen, stärkten sich die eingerittenen Jecken am von den Burgfrauen gezauberten, wieder einmal vorzüglichen Büfett. Dann aber entlud sich der Frohsinn in wort- und klangreichen Fechsungen. Ein wenig erschrocken waren einige Burgfrauen, als plötzlich scharfe Messer gezückt wurden; aber der Schreck ließ bald nach, als sich herausstellte, dass damit der Gestrenge einer offenbar dringend gebotenen Rasur unterzogen wurde.
Das künstlerische Niveau der Berolina-Fasnacht hat inzwischen uhuversumweites Renommee, so dass sich immer wieder auch nicht-schlaraffische Künstler um einen Auftritt in der Arminburg bewerben; diesmal war es Heino, der aus seiner Backstube in der Eifel nach Berlin angereist war und das internationale Publikum mit temperamentvoll interpretiertem deutschen Liedgut begeisterte.
Als die Fröhlichkeit schließlich in ein übermütiges Tanzbeinschwingen ausartete, entfloh der Berichterstatter, so dass der Rest dieser närrischen Nacht unkommentiert bleiben muss.
Schweigsam
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